Gründe & Ablauf für eine IVF Behandlung
Eine IVF-Behandlung ist für viele Paare der letzte Versuch, ein Kind zu bekommen. Oft haben sie schon jahrelang versucht, eine Schwangerschaft herbeizuführen. Viele haben schon andere Behandlungen wie zum Beispiel eine Insemination (Samenübertragung) hinter sich gebracht. Die IVF wird vor allem in folgenden Fällen angewendet:
- Verschluss oder Fehlen der Eileiter
- verminderte Zeugungsfähigkeit des Mannes
- Antikörperbildung der Frau gegen die Samenzellen (immunologische Sterilität) und
- wenn alle anderen Methoden nicht zu einer Schwangerschaft führen.

Untersuchung in Istanbul unter Einsatz moderner Geräte
Die In-Vitro-Fertilisation ist eine umfassende Methode. Neben einer Hormonbehandlung gehören auch medizinische Eingriffe zur Therapie.
- Was die In-Vitro-Fertilisation von einer normalen Befruchtung unterscheidet
- Die Eizellreifung wird stimuliert
- Der Eisprung wird eingeleitet
- Die Eizellen werden entnommen (Follikelpunktion)
- Die Befruchtung im Labor
- Die Übertragung von Embryonen in die Gebärmutter
- Die Vorbehandlung der Embryonen (Assisted Hatching)
- Kontrolluntersuchungen nach der Übertragung
- Die Möglichkeit der Kryokonservierung
Was die In-Vitro-Fertilisation von einer normalen Befruchtung unterscheidet
Die Alltagssprache benutzt für die In-Vitro-Fertilisation, kurz IVF, häufig den Begriff „künstliche Befruchtung“. Das ist jedoch nicht ganz korrekt, denn auch bei der IVF verschmelzen Ei- und Samenzelle miteinander. Allerdings erfolgt bei der IVF die Befruchtung nicht im Körper der Frau, sondern im Labor. Die Medizin spricht deshalb auch von Befruchtung außerhalb des Körpers oder von extrakorporaler Befruchtung. Eine IVF-Behandlung beinhaltet neben der Befruchtung im Labor noch verschiedene andere Schritte. Fast immer ist eine Hormonbehandlung der Frau notwendig. Anschließend werden Eizellen aus dem Eierstock entnommen und in einem Laborglas mit Samenzellen des Partners zusammen geführt. Gelingt die Befruchtung und Weiterentwicklung der befruchteten Eizelle(n), wird der Embryo in die Gebärmutter eingebracht. Die IVF ist also eine sehr komplexe Methode, um eine Schwangerschaft herbeizuführen.
Die Eizellreifung wird stimuliert
Eine Hormonbehandlung regt die Eierstöcke dazu an, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. Dadurch erhöhen sich die Chancen, dass sich mehrere befruchtungsfähige Eizellen gewinnen lassen. Für die hormonelle Stimulation kommen verschiedene Behandlungsschemen mit Hormonpräparaten bzw. Kombinationen von Hormonpräparaten zur Anwendung. Folgende Vorgehensweisen sind üblich:
- Nur Clomifen (Tabletten)
- Clomifen, gefolgt von Spritzen mit FSH oder hMG
- Nur FSH oder hMG
- Kombination der Stimulation mit einem GnRH-Agonisten oder einem GnRH-Antagonisten und anschließenden Injektionen von FSH oder hMG.
Das Präparat Clomifen stimuliert die Hormonbildung in den Eierstöcken indirekt, indem es eine erhöhte Freisetzung der Hormone der Hirnanhangdrüse (FSH und LH) bewirkt. Injektionen mit eibläschenstimulierendem Hormon FSH, luteinisierendem Hormon LH und humanem Menopausen-Gonadotropin hMG regen die Eierstöcke direkt zu einer vermehrten Eizellreifung an. GnRH-Agonisten (auch GnRH-Analoga genannt) und GnRH-Antagonisten drosseln die körpereigene Hormonproduktion. Dadurch können die anschließende Eizellreifung und der Zeitpunkt des Eisprungs besser gesteuert werden.
Fast immer müssen in einem Stimulationszyklus regelmäßig Hormone injiziert werden. Es ist auch möglich, dass der Partner oder die Frau selbst das Medikament spritzen.
Der Eisprung wird eingeleitet
Etwa eine Woche, nachdem mit der Stimulierung der Eierstöcke begonnen wurde, kontrolliert die Ärztin oder der Arzt mehrmals die Größe und Reife der Eizellen. Das geschieht durch Ultraschalluntersuchungen und Hormonwertbestimmungen im Blut. Sind die Eizellen herangereift und erscheinen befruchtungsfähig, werden die follikelstimulierenden Hormone abgesetzt. Eine Injektion mit dem Hormon Choriongonadotropin (hCG) löst den Eisprung aus.
Die Eizellen werden entnommen (Follikelpunktion)
36 Stunden nach dem Auslösen des Eisprungs entnimmt der Arzt oder die Ärztin Eizellen mit Hilfe einer langen feinen Nadel aus den Eierstöcken. Der Eingriff erfolgt normalerweise durch die Scheide und wird per Ultraschall am Bildschirm verfolgt. In seltenen Fällen gewinnen die Medizinerinnen und Mediziner die Eizellen per Bauchspiegelung. Die Frau erhält Beruhigungs- oder Schmerzmittel oder eine Narkose. Nach der Punktion können leichte Blutungen und ein Wundgefühl auftreten. Leider werden nicht immer befruchtungsfähige Eizellen gefunden.

Die Befruchtung im Labor
Am Tag der Eizellentnahme wird frische Samenflüssigkeit des Partners benötigt. Im Allgemeinen masturbiert der Mann im reproduktionsmedizinischen Zentrum und gibt die Samenflüssigkeit ins Labor. Manche Männer haben Schwierigkeiten mit dem Samenerguss ”auf Bestellung”. Dann sollte das Problem vorher besprochen werden, um eine andere Lösung zu finden.
Die Samenflüssigkeit wird im Labor aufbereitet, um die Befruchtungsfähigkeit der darin enthaltenen Samenzellen zu verbessern. Nun bringt man Eizellen und Samenzellen in einer Nährflüssigkeit zusammen und kultiviert sie in einem Brutschrank, wo dann die Befruchtung erfolgen soll. Je nach Befruchtungschancen entscheidet man sich möglicherweise für das ICSI-Verfahren, bei dem eine Samenzelle in die Eizelle gespritzt wird.
Eine befruchtete Eizelle erkennt man unter dem Mikroskop an den zwei Vorkernen, die dem genetischen Material von Spermium und Eizelle entsprechen. In diesem Vorkernstadium werden die Eizellen, welche später zurückgegeben werden sollen, ausgesucht. Die anderen befruchteten Eizellen werden entweder verworfen oder eingefroren. Nach dem Verschmelzen der beiden Vorkerne ist der Befruchtungsvorgang abgeschlossen.

Embryotransfer
Die Übertragung von Embryonen in die Gebärmutter
Wenn die Befruchtung einer oder mehrerer Eizellen im Labor gelungen ist, werden sie am zweiten, dritten oder fünften Tag nach der Eizellentnahme in den Körper der Frau übertragen. Dazu wird ein dünner biegsamer Katheter benutzt, mit dessen Hilfe ein bis zwei, selten drei Embryonen durch die Scheide und den Gebärmuttermund in die Gebärmutterhöhle gegeben werden. Die meisten Frauen empfinden den Eingriff als wenig oder nicht schmerzhaft.
Bei jeder IVF kann es passieren, dass einzelne Schritte nicht gelingen. Zum Beispiel kommt es öfters vor, dass sich der Embryo oder die Embryonen nicht in der Gebärmutter einnisten. Bei der Übertragung von zwei oder drei Embryonen besteht das Risiko, dass sich eine Mehrlingsschwangerschaft entwickelt.
Die Vorbehandlung der Embryonen (Assisted Hatching)
Das Assisted Hatching ist ein neues, noch nicht gänzlich erforschtes Verfahren, mit dem bei IVF oder ICSI das Einnisten des Embryos in die Gebärmutter gefördert werden soll.
Dazu wird die Umhüllung der Eizelle – die Glas haut oder „ Zona pellucida “ – bearbeitet, um dem Embryo das Schlüpfen aus dieser Glas haut zu erleichtern.
Bei einem natürlichen Befruchtungs- und Einnistungsvorgang unterstützen Enzyme der Gebärmutter das Hatching (Schlüpfen) des Embryos aus der Glas haut. Beim Assisted Hatching erfolgt diese Schlüpfhilfe auf künstlichem Weg. Es werden verschiedene Verfahren angewendet, mit deren Hilfe die Glas haut eingeritzt oder ausgedünnt wird: Das Beschießen mit einem Laserstrahl, das Einritzen mit einer Glasnadel, die Ausdünnung durch das Besprühen mit einem Enzym.
Fachleute sehen mögliche Vorteile des Assisted Hatching insbesondere bei wiederholt erfolglosen IVF- und ICSI-Behandlungen, bei älteren Frauen, bei der Verwendung von eingefrorenen Eizellen und wenn im Mikroskop ein besonders dickes Glas haut (Zona pellucida) zu sehen ist. Es gibt Hinweise darauf, dass in diesen Fällen durch das Assisted Hatching mehr Schwangerschaften erzielt werden. Ungeklärt ist jedoch, ob auch die Geburtenrate steigt.
Kontrolluntersuchungen nach der Übertragung
Etwa 14 Tage nach der Übertragung der Embryonen in die Gebärmutter lässt sich anhand des Schwangerschaftshormons hCG feststellen, ob eine Schwangerschaft begonnen hat. Um sicher zu gehen, wird die Ärztin oder der Arzt mehrmals Kontrolluntersuchungen vornehmen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Verlauf der Schwangerschaft jedoch noch völlig offen. Etwa einen Monat nach dem Transfer in die Gebärmutter kann mit Hilfe des Ultraschalls die Schwangerschaft genauer beurteilt werden. Man kann zum Beispiel sehen, ob der Embryo lebt und ob es sich um einen Einling oder um Mehrlinge handelt.

Einfrieren von Spermien und Eizellen
Die Möglichkeit der Kryokonservierung
Es ist möglich, Spermien, Eizellen oder Gewebe einzufrieren und zu einem späteren Zeitpunkt zu verwenden. Das Einfrieren von befruchteten Eizellen im Vorkernstadium zur Übertragung in einem späteren Zyklus ist erlaubt, der Gesetzgeber verbietet jedoch das Einfrieren von Embryonen. Wenn ein bereits existierender Embryo nicht wie vorgesehen im zeitgleichen Zyklus übertragen werden kann, ist es im Ausnahmefall statthaft, ihn zeitlich begrenzt einzufrieren. Dies muss der Ärztekammer gemeldet werden.
Eine Kryokonservierung bietet sich nur an, wenn bei einer IVF oder ICSI mindestens drei überzählige Eizellen im Vorkernstadium gewonnen wurden und in einem späteren Zyklus übertragen werden sollen. In Deutschland werden eingefrorene Eizellen bis zu zwei Jahre aufbewahrt.
Der Vorteil der Kryokonservierung besteht darin, dass die Frau keine erneute Punktion der Eierstöcke vornehmen lassen muss. Auch auf eine erneute hormonelle Stimulation kann verzichtet werden. Allerdings sind die Schwangerschaftsraten nach Kryonkonservierung niedriger als bei der Verwendung von frischen Eizellen. Eine Kryokonservierung muss immer privat bezahlt werden.
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Service von stadtbranchenbuch.com
Quelle:Familienplanung.de ist ein Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)





Hallo Med-Travel,
vielen lieben Dank für alles! Ein liebes Dankeschön besonders an das Krankenhaus-Team, vor allem Prof.Dr.Camlibel für die hervorragende Arbeit die er geleistet hat, und auch liebe Grüße von meinem Mann?
Beste Grüße, Ute L.( Deutschland)